Irgendwie scheine ich immer die richtigen Leute zu treffen.
In Mosjoen, in einem Laden fragte ich einen Kunden wo die Milch sei und kam mit dem Mann ins Gespräch. Der Mann erzählte, dass er in einer Bank in Mosjoen arbeite. Wenn ich mal Schwierigkeiten habe, solle ich, wo immer in Norwegen auf eine Bank in Mosjoen anrufen und nach „Nielsen dem Velofahrer“ fragen. Er sei bekannt und werde mir sicher weiterhelfen können.
Tags darauf überholte mich ein Auto und hielt und hielt kurz vor mir am Strassenrand am. Es war Nielsen, der mit seiner Frau unterwegs war und mich so zu einem Kaffee aus der Thermoskanne und Croissant einlud.
Vor Narvik anerbot sich ein Kleinbusfahrer mich einige Kilometer weit über eine gefährliche Strecke mit zum Teil für Radfahrer gesperrte Tunnels mit seinem Auto bis in sicherere Strassenbereiche mitzunehmen.
Bei einem einsam gelegenen Haus in Finnland fragte ich nach Trinkwasser. Diese Leute luden mich spontan ein in ihrem Gästezimmer zu übernachten. Die sehr vitale 89-jährige Grossmutter meinte sie könne aus der deutschen Besatzungszeit etwas deutsch und sagte stolz: „Ich liebe dich“. Ich antwortete: „Minä rakastan sinua“ (finnisch = ich liebe dich). Allgemeines lautes Gelächter in der Familie und ich gehörte dazu.
Das Flugticket, Helsinki – Zürich für mich und mein Velo hatte hatte ich bei einem Reisebüro in Rovaniemi gebucht. Das Velo werde problemlos mit transportiert. Nun wurde beim einchecken in Helsinki kategorisch verlangt das Velo in einer Kartonbox zu verpacken. Allerdings gab es weder am Flughafen selbst noch Helsinki solche, ausschliesslich vom Flughafen Zürich, verlangten Boxen. Also wollten die netten Damen einen einen Flug am nächsten Tag buchen. Wie ich in der Zwischenzeit zu einer Box kommen sollte, konnten sie mir allerdings auch nicht sagen. Also verwies ich auf die schriftliche Abmachung vom Reisebüro und machte ich die Damen auf sehr freundliche und bestimmte Art klar, wenn ich diesen Flug nicht nehmen könne, müsse die Fluggesellschaft für alle Zusatzkosten aufkommen müsse. Nach etwa 2 Stunden Hin und Her und meine Weigerung einen anderen Flug zu akzeptieren kam der gute Bescheid, dass mein Velo eine Sonderbewilligung erhalte und fliegen dürfe. Notabene ohne Box und ohne irgendwelche sonstige Verpackung.
Herzlichen Dank alle für die tatkräftige Unterstützung und die guten Gedanken die auf meiner Reise begleitet haben.