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Hansruedi Bhend

Der Weg ist das Ziel

Also, ich startete vormittags um 10 Uhr 15 bei sonnigem Wetter in Chur und erreichte das Nordkap abends um 19 Uhr 30 bei stürmischem Wetter. Dazwischen lagen vom 02. Juni bis zum 19. Juli 2009 49 Tage und 4 200 km.

Die Rückreise mit dem Velo endete nach 5 000 km in Rovaniemi (Fi). Der Nachtzug brachte mich und mein Velo weiter nach Helsinki und noch gleichentags, am 30. Juli, ging’s flugs nach Hause.

Das Wetterglück mit meist warmem und sonnigem Sommerwetter begleitete mich während fast der ganzen Reise. Manchmal brannte die Sonne nachts um 1 Uhr auf das Zelt. Doch leider zeigte sich am Nordkap die raue Seite des Nordens mit Sturm und Nebel.

Mit dieser Reise habe ich mir einen Traum erfüllt

Mein Plan war schon lange klar: Mit dieser Veloreise wird die berufliche Laufbahn abgeschlossen und danach der aktive Ruhestand in Angriff genommen. Diese Reise war ein lange gehegter Traum, den ich mir auf jeden Fall erfüllen wollte. Insbesondere der Weg ans Nordkap sollte in erster Linie Genuss und Erlebnis sein.

Jedoch schon nach den ersten paar hundert Kilometern fühlte sich die Herausforderung grösser an als erwartet, der Weg wurde länger, „steiler“ und schwerer. Abbrechen? Genau diese Frage stellte sich nie und der Rest ist schnell erzählt. „Aifach jeda Tag a bitz go Velofahra.“

Nach dem Berufsalltag einfach mal unabhängig sein

In den nordischen Ländern darf man fast überall frei campieren und das erlaubte mir meine Etappen flexibel zu gestalten. Dadurch entdeckte ich viele wunderschöne und eindrucksvolle Orte. Bei Müdigkeit oder schlechtem Wetter musste ich mich nicht erst bis zu einer reservierten Unterkunft durchkämpfen, sondern konnte einfach bleiben, wo es für mich stimmte.

Der Entscheid, die Reise mit dem Zelt zu unternehmen, erwies sich durchwegs als richtig. Die Camping-Ausrüstung war leicht und handlich – sie begleitete mich, ohne mich zu behindern.

Ein bisschen Komfort darf trotzdem sein

Die Campingplätze in Skandinavien sind meist grosszügig angelegt und bieten den vertrauten Standard. Als praktische Alternative zum Zelt können kleine Hütten mit Kochgelegenheit und mehreren Schlafplätzen unkompliziert gemietet werden. Hotels sind recht teuer.

Ich schätzte die Möglichkeit jeweils in einer gut ausgestatteten Küche einfache Mahlzeiten zu kochen und gemütliche Aufenthaltsräume benützen zu können. Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten gehören in der Regel nicht zum Standard.